Chile despertó! – Chile ist erwacht

Konzert, Texte, Projektionen und aktuelle Eindrücke aus Chile (2020)

Durch die Proteste, die im Oktober 2019 begannen, hat sich Chile stark verändert. Isabel bereiste das Land im Januar 2020 und am 15. Februar stellten wir dieses Programm vor, das wir auch gerne in anderen Städten zeigen:

Chile despertó

Chile despertó! – Chile ist erwacht

Konzert, Texte, Projektionen und aktuelle Eindrücke aus Chile (2020)

Ausgelöst durch erhöhte U-Bahn-Preise begann an 18. Oktober 2019 in Chile eine große Protestwelle, bei der schnell klar war, dass es um viel mehr geht. Chile ist erwacht, die Menschen im Musterland des Neoliberalismus wehren sich gegen jahrzehntelange Ausbeutung. Der Staat reagiert mit brutaler Repression und Mitteln der Diktatur: Militärs auf den Straßen, Tote, Verletzte, Verschwindenlassen, Folter und Vergewaltigung durch staatliche Organe. Die Polizei zielt auf die Köpfe der Demonstranten und über 300 Menschen verlieren ein oder beide Augen.

Täglich gibt es Demos im ganzen Land. Am 25.10.2019 protestieren allein in Santiago 1.200.000 Menschen. Wichtigste Forderungen sind der Rücktritt des Präsidenten und eine demokratische Verfassung unter Beteiligung der Bevölkerung. In basisdemokratischen Bürgerversammlungen organisieren sich die Menschen und finden kreative Aktionsformen. Die feministische Performance „Un violador en tu camino“ der Gruppe LasTesis aus Valparaíso geht um die ganze Welt. Und ein schwarzer Hund wird zum Widerstandssymbol ...

Die frischen Reiseeindrücke Isabel Lipthays ergänzt das Duo Contraviento mit Liedern, Texten und Projektionen. Poesie, Kreativität und auch Fernweh werden ihren Raum bekommen.

www.contraviento.de

Infomaterial:

Handzettel 15.02.2020 Trafostation Münster zum Download (362 KB)

Wir haben zur ersten Aufführung diesen Bericht geschrieben:

Liebe Freunde, unser „Chile despertó“ war intensiv, voll von Schmerz, Wut, Zärtlichkeit und Liebe. Es war eine Mischung aus Musik, Texten, Bildern, Geschichten aus Chile seit dem Sozialen Ausbruch am 18. Oktober und mit den frischen Eindrücken von Isabels Reise im Januar. Als es keine Stehplätze mehr gab, mussten leider weitere Besucher abgewiesen werden, die Trafostation war rappelvoll. Niemand verließ den Saal ohne zu erfahren, welche Bedeutung „Las Tesis“ oder „Negro Matapacos“ haben und warum man überall in Chile Abbildungen von verletzten Augen sieht. Sehr wichtig - aber auch emotional schwer - war für uns die Interpretation des Liedes „Regalé mis ojos“ von Nano Stern: eine Hommage an Gustavo Gatica, der sein Augenlicht durch die Repression verlor und hofft, dass Chile nun mehr sieht …

Danke an alle, die diesen Abend möglich gemacht und unterstützt haben durch Raum, Organisation, filmische Dokumentation, Übersetzung, Bildmaterial etc.. Und danke an unser interessiertes, offenes und treues Publikum! Danke an Ulrike von amnesty für den Stand mit der aktuellen Chile-Kampagne! Denn darauf kommt es jetzt an: den Druck aus dem Ausland zur Einhaltung der Menschenrechte verstärken.

Wer Bildmaterial vom Abend hat: wir freuen uns auf Zusendung! Wir posten hier sehr gerne Weiteres, was uns erreicht :-) Diese ersten Bilder hat und freundlicherweise Ralf Emmerich zur Verfügung gestellt, Danke Ralf!

Wer nicht kommen konnte oder wem Münster zu weit ist: Wir kommen gerne mit dem Programm in Eure Stadt! Und sobald Videomaterial von gestern online ist, werden wir es hier posten.

Danke an alle!

Visuelles:

ist auf unserer Facebook-Seite zu finden in diesem Album. Miniaturen hier (Fotos: Ralf Emmerich):

 

„¡Chile despertó!“ in Eurer Stadt?

Sprecht uns an!